Was SIM112
ist
SIM112 ist eine Smartphone-Anwendung für die Brandschutzerziehung. Kinder und Jugendliche führen damit einen realitätsnahen Notruf: auf einem nachgebildeten Tastenfeld, im Gespräch mit einer KI-gestützten Disponentenstimme, die nach dem Schema der Leitstelle fragt und auf die Antworten eingeht.
Die Anwendung läuft ausschließlich auf dem Gerät der ausbildenden Person. Auf den Smartphones der Kinder wird nichts installiert, und es besteht zu keinem Zeitpunkt eine Verbindung in ein Telefonnetz. Ein versehentlicher echter Notruf ist technisch ausgeschlossen.
SIM112 soll Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehren und Bildungseinrichtungen dauerhaft kostenfrei zur Verfügung stehen — ohne Anschaffungs-, Lizenz- oder Betriebskosten.
Wie eine Übung
abläuft
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1
Die Lage gemeinsam erarbeiten
Die ausbildende Person wählt ein Szenario, das zur Gruppe passt — ein Fahrradsturz der Freundin, ein verrauchter Treppenraum oder eine Verletzung beim Fußballspielen. Was passiert ist, wird im Unterricht gemeinsam besprochen.
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2
Das Kind wählt selbst
Dann bekommt das Kind das Gerät in die Hand. Es tippt die 112 auf dem nachgebildeten Tastenfeld und hört, wie am anderen Ende abgenommen wird. Für das Kind fühlt sich alles echt an. Nur die Folgen sind es nicht.
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3
Eine Frage nach der anderen
Die Abfrage folgt dem Schema der Leitstelle, in kindgerechter Sprache und bewusst immer nur mit einer Frage auf einmal. Antwortet ein Kind auf etwas, das noch nicht gefragt war, wird die Angabe übernommen statt wiederholt.
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4
Sicherheit vor Abfrage
Sobald Feuer oder Rauch genannt werden, unterbricht die Leitstelle die Abfrage und gibt zuerst die Sicherheitshinweise, die am Standort der Einrichtung gelten. Erst danach geht das Gespräch weiter.
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5
Das Gespräch endet bestärkend
Es gibt keine Bewertung, keinen Abbruch und keine falsche Antwort — nur eine, zu der freundlich nachgefragt wird. Was bleiben soll, ist ein Satz: Wer anruft, macht alles richtig.
Sicher für
Kinder
Nur das Ausbildergerät
Auf Kindergeräten wird nichts installiert, und es wird zu keinem Zeitpunkt eine Verbindung in ein Telefonnetz aufgebaut.
Kein falsches Wort
Unvollständige Angaben führen zu einer freundlichen Nachfrage, wie es auch in der Leitstelle geschieht. Ziel ist der Abbau der Hemmschwelle, nicht die Prüfung.
Nichts wird aufgezeichnet
Gesprochene Inhalte werden zur Laufzeit verarbeitet — nicht aufgezeichnet, nicht gespeichert, nicht zum Training von Modellen verwendet. Die Übungslage arbeitet mit fiktiver Adresse und frei gewähltem Namen.
Ergänzung, kein Ersatz
Die Anwendung übernimmt den praktischen Teil, nicht die pädagogische Arbeit. Die Materialien der Verbände bleiben der didaktische Rahmen.
Verlässlichkeit
Das Sprachmodell formuliert. Es entscheidet nicht.
Das Kind nimmt die Disponentenstimme als Autorität wahr. Daraus erwächst eine große Verantwortung: Was sie sagt, wird geglaubt. SIM112 behandelt das Sprachmodell deshalb nicht als Gesprächspartner, sondern als Sprachschicht über einem festgelegten Ablauf. Der zulässige Verlauf und alle inhaltlich kritischen Aussagen sind definiert und werden geprüft, bevor das Kind sie hört.
Wie die Idee entstand
SIM112 ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern in der Arbeit für das Feuerwehrmuseum Bayern — bei der Suche nach Wegen, Kindern ein überlebenswichtiges Thema so zu vermitteln, dass es auch außerhalb des Museums Bestand hat.
Was tut ein achtjähriges Kind eigentlich, wenn die Leitstelle abnimmt und Fragen stellt, auf die zu antworten es nie geübt hat?
Die Nummer kennen alle. Kinder lernen sie in der Brandschutzerziehung, sie steht an jeder Pinnwand. Was ihnen fehlt, ist die Erfahrung, dass dieses Gespräch ungefährlich ist — und dass sie dabei nichts falsch machen können.
Genau das ließ sich bisher nicht üben. Im Rollenspiel sitzt die ausbildende Person für das Kind sichtbar in unmittelbarer Nähe. SIM112 schafft stattdessen einen geschützten Raum, in dem der Notruf echt wirkt: Das Kind wählt selbst, spricht selbst, und bekommt ausschließlich bestärkende Antworten.
Dass die Anwendung kostenfrei bleiben soll, ist dabei keine Marketingentscheidung, sondern der Kern des Vorhabens. Jeder Preis — auch ein kleiner — entscheidet mit darüber, ob überhaupt geübt wird: Was ein Budget belastet, steht in Konkurrenz zu allem anderen, was eine Einrichtung braucht, und wird dort oft genug gestrichen. Ein Kindergarten in einem Stadtteil mit knappen Mitteln würde als Erster verzichten. Und dort ist der Bedarf am größten.
Stand des
Projekts
Ein funktionsfähiger Prototyp liegt vor und wurde im Juni 2026 auf der INTERSCHUTZ erstmals öffentlich gezeigt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Produktreife: Finanzierung, Datenschutzkonzept und die Abstimmung der Abfrageschemata mit den Landesverbänden und Leitstellen.
Noch nicht zum Download verfügbar
SIM112 ist noch nicht veröffentlicht. Einrichtungen, die am begleiteten Pilotbetrieb teilnehmen möchten, können sich ab sofort vormerken lassen — eine kurze Nachricht mit Einrichtung und Bundesland genügt.